Amerika

Hier finden Sie Tagebucheinträge und Bilder unserer Amerika-Tournee!
Viel Spass!

New York

Samstag, 23. April 2011 – Abflug

Es war unfassbar, dass wir schon nach Amerika flogen. Auf dem Flughafen sah man viele fröhliche Gesichter. Die Wartezeit, bis alles eingecheckt und Abflugbereit war, dauerte sehr lange. Endlich flogen wir los. Die einen schliefen, andere spielten irgendein Kartenspiel, aber es gab auch solche die einfach den Flug genossen oder aus dem Fenster schauten. Der Flug war sehr lange, es gab auch ein paar Turbulenzen. Die fand ich aber irgendwie noch lustig. Das Flugpersonal fand ich eigentlich sehr nett. Wir hatten auch zwei Mahlzeiten bekommen und genügend Getränke. Nach ca. 6 Stunden wurde ich ungeduldig und wollte endlich wieder aussteigen. Endlich kam der Landeanflug. Der Pilot meisterte die Landung sehr souverän, was aber sehr schade war, dass es in Philadelphia bewölkt war. Nun ging es mit dem Car weiter nach New York. Es waren alle sehr aufgedreht und hatten ihre Fotoapparate und Handys zur Hand um Fotos zu schiessen. Im Hotel angekommen, waren alle unternehmungslustig und wollten ihr Hotelzimmer beziehen. Wir bekamen alle ein Sandwich und machten uns bereit für das Musical, das wir noch anschauen gingen. Da das Musical natürlich auf Englisch war verstand ich fast kein Wort und da wir alle sehr müde waren, konnten wir uns auch nicht mehr wirklich konzentrieren. An diesem Abend schliefen alle gut und der Tag hat mir sehr gut gefallen.
– Rebecca Ammannn

Sonntag, 24. April 2011

New York äs isch dä erschti Morgä, äs git hüt grad im Zimmär öppis Zmorgä.
Abär zum Ässä bliibt eus nöd viil Ziit, dä Wäg zur Lobby vom 52. Schtock isch nämli no wiit.
Mit äm Bus machät mir ä Tour, da wird mer würkli betreut rund um d’Uhr.
S’Harlem Quartier, Apollo Theater und anderi Sachä, au inerä Chilä tüand mir än Halt machä.
Da wird gsungä und klatschät wiä nüüt, d’Amerikaner sind scho luschtigi Lüüt.
Zmittag gits dänn am Fluss. Ground Zero besichtigät mir ohni Bus.
Jetzt müend mir abär äntli nochli probä, dä Larry Sutherland tuät üs nöd nur, abär doch äs bizzli lobä.
Dänn isch au wiider so spot, dass mär zum Znacht is Restaurant gaht.
Im Bubba Gump Shrimp gits zersch äs spiil und nachanä Ässä – für die eintä chli zviil.
Dä erschti Tag isch scho verbii, er isch würkli dä Hammer gsi.
– Dominique von Gunten

Montag, 25. April 2011

Am Morgen wachten wir auf und bald kam auch schon unser „Zimmerlieferservice“ mit dem Frühstück. Wir machten uns bereit und drängten uns in den Lift um rechtzeitig beim Treffpunkt zu sein. Wir gingen zu Fuss zum Rockefeller Center. Alle freuten sich auf die weite Aussicht die man hat auf dem Center. Leider wurden wir enttäuscht. Es regnete leicht und der Nebel verdeckte uns die ganze Sicht auf den Big Apple. Der Höhepunkt war, als Elio sein Alphorn auspackte und ein paar Töne von sich gab. Die ganze Gruppe ging wieder zum Hotel zurück und zog sich um für das Konzert im Central Park. Das Konzert war eine tolle Erfahrung. Es war super in einem so grossen Park zu spielen. Der Höhepunkt des Tages, die Dinner Cruise, lag aber noch vor uns. Wir wurden wieder zum Hotel gebracht, um uns chic zu machen. Alle besammelten sich vor der Treppe um noch ein Foto zu machen von der ganzen Gruppe. Wir wurden herzlich begrüsst von der Schiffsmannschaft und wir wurden zu unseren Plätzen geführt. Dort trafen wir das erste Mal auf die anderen Teilnehmer des Festivals. Es war ein sehr gelungener Abend mit tollen aber auch komischen Erlebnissen. Um 23.30 Uhr fielen wir sehr müde in unsere Betten

Dienstag, 26. April 2011 – Einfach unvergesslich

Mit dem Dienstag kam der wichtigste Tag unserer Reise. An diesem Abend sollte das Konzert in der Carnegie-Hall stattfinden. Man sollte meinen, dies sei Action genug, aber lassen sie sich überraschen. Nach einem – für New Yorker Verhältnisse sehr guten Frühstück, zogen die Bläser los. Keine drei Strassen weiter fanden wir unser Probelokal. Mit erstaunten Gesichtern betrachteten wir die alte, wahrscheinlich barocke Kirche. Aber nein, wir hatten uns nicht geirrt, hier sollte die Probe stattfinden. Für eine Hauptprobe lief es geradezu unanständig gut. Ich glaube, wir haben selten so gut gespielt. Zurück im Hotel wurden wir mit der Anweisung uns auszuruhen auf die Zimmer geschickt. Doch weit gefehlt, kaum hatten wir uns ins Zimmer zurückgezogen, klopfte es an der Türe. „Das wird wohl wegen der bei den anderen SJM-Mitgliedern enorm beliebten Nagelschere sein“, dachte ich. Doch ich lag falsch: „Bitte helft uns, unser WC läuft über!“ Augenblicklich waren wir auf den Beinen und rannten zum Nachbarzimmer. Handtücher aus jedem erreichbaren Zimmer wurden herbeigeschafft, um wenigstens den Teppichboden vor Schlimmerem zu bewahren. Das abendliche Konzert war in der Aufregung vollkommen vergessen. Jedermann rannte – nur die Mitarbeiter des Hotels liessen sich Zeit. Erst nach 15 Minuten tauchten sie auf. Kurz zuvor waren auch Max und die restlichen Bewohner des Zimmers, Sebastian und Manuel, aufgetaucht. Ihre legendären Aussagen müssen hier einfach festgehalten werden: „Keine Panik, Familie Benz hat Erfahrung in diesen Dingen“ sagte Max, noch bevor er einen Blick auf die Bescherung geworfen hat. Sebastian war um einiges besorgter: „Was ist denn mit meinen Parfums passiert?“

Spätestens als wir die Garderobe der Carnegie-Hall betraten, hatten die Erinnerungen an den lustigen Nachmittag nicht mehr die Nervosität zu vertreiben. Während der 45 Minuten, die wir bis zum Soundcheck totschlagen mussten, versuchten sich die meisten mit Kartenspielen und Instrumentenpflege abzulenken. Aber das nützte nicht viel. Der erste Schritt in der gewaltigen Halle war unglaublich! Wenn ich mir die, nun noch leere Halle, voller Menschen vorstellte, fühlte ich mich wie auf einer Achterbahn, kurz vor dem Looping. Dieser begann kaum 20 Minuten später. Nervös, wie nie zuvor und überglücklich, dass es nun endlich so weit war, betraten wir die Halle. Selten ist es mir so leicht gefallen, während des Konzertes zu lächeln. Auch wenn wir nicht so toll spielten wie in der Hauptprobe konnten wir die Jury überzeugen und erlangten die silberne Auszeichnung! Nach dem Konzert waren wir gleichzeitig bedrückt, weil es schon vorbei war und nur so kurz gedauert hatte, und aufgekratzt, es war vorbei, wir waren durch! Ich glaube wir Alle werden erst in einigen Tagen verstehen, was dieses Konzert bedeutet und ich bin sicher, dass ich es niemals vergessen werde!
– Isabelle Akeret


Virginia

Mittwoch, 27. April 2011

An diesem Tag verliessen wir New York und fuhren mit dem Car acht Stunden nach Virginia. Es war eine mühsame Fahrt mit vielen ungewollten Unterbrüchen, was allerdings am Chauffeur lag. Als wir in Virginia ankamen, begrüssten und bekochten uns die Schüler der Gasteltern sehr liebevoll! Virginia ist im Vergleich zu New York etwas ganz anderes, ländlich, ruhig und sehr gemütlich…..!
– Olivia und Nadine

Donnerstag, 28. April 2011

Der Tag begann mit zwei Konzerten, das erste in der Hamilton Holmes Middle School, das zweite in der King William High School. Die Schüler, wie auch die Lehrer beider Schulen, waren sehr begeistert und jubelten uns zu. Das Mittagessen durften wir in der Cafeteria der High School geniessen. Weiter ging das Programm mit einem Workshop, gemeinsam mit der Schul-Band der King William High School, unter der Leitung von Mr. Sorrell und Kevin Sütterlin. Den Abend liessen wir mit einem herzhaften Steak im Texas Roadhouse ausklingen.
– Daniela Harding

Freitag 29.04.2011

Heute Morgen machten wir einen Ausflug ins Pamunkey Indian Reservat. Ich hatte es mir ein bisschen spannender vorgestellt, doch als jemand ausversehen ein iPhone versenkte gab es doch noch Aufregung. Nach einem gemeinsamen Pizza-Picknick fuhren wir mit den Schulbussen zurück zur High School, wo wir den ganzen Nachmittag Proben für das Konzert am Abend hatten. Das Konzert mit den anderen Jugendlichen aus der High School verlief ganz gut. Nachdem alle ihre Instrumente verstaut hatten war für uns ein Cookout angerichtet. Gesättigt von süssen Spaghetti Bolognese und reichlich Dessert fuhren wir zurück zu unseren Gastfamilien.
– Nicolas Ott

Samstag, 30. April 2011

Wie jeden Morgen standen wir, für Ferienverhältnisse, früh auf und trafen uns um 8.30 Uhr in der High School. Die Bläser stiegen in den Car und fuhren nach Richmond zu einem Workshop mit Prof. Dr. Terry Austin und am Nachmittag in eine Mall um shoppen zu gehen. Wir Tambouren fuhren mit zwei Minivans nach Yorktown. Wir wurden sehr warm empfangen. Nach einem gemeinsamen Eintrommeln übten wir an einem Stück von ihnen, welches wir nachher beim Konzert aufführten. Nach einem anschliessenden Marschieren dem Strand entlang und einem Fotoshooting, mussten wir uns auch schon sehr schnell wieder verabschieden. Der Tag war total cool und sehr interessant um zu sehen wie ähnlich und dennoch so verschieden ihre Art zu trommeln ist. Es werden auch wertvolle Freundschaften erhalten bleiben.
– Joëlle Häubi

Sonntag, 1. Mai 2011 – The time at the King’s Dominion

Um 8.30 Uhr trafen wir uns wie jeden Tag an der Highschool und fuhren zum Vergnügungspark King’s Dominion. Unsere Gruppe bestand am Morgen aus: Joshua, Joëlle, Marc, Jabessa, Woodie, Cristian und mir. Sobald alle nach langem Warten die Tickets bekamen, klapperten wir die Achterbahnen nacheinander ab. Wir sind auf Bahnen, auf denen es einem für einen kurzen Moment schwarz vor Augen wird. Aber auch Bahnen mit überraschenden Beschleunigungen. Da es manchmal schwierig war, geduldig zu warten, hatten wir Jungs uns ein wenig schmerzhafte Spiele ausgedacht wie Nippel-twister, Knödeln, Schmerzklotzchspiele etc. Es war eine ausgeprägte amüsante Zeit.
– Dan Steffen

Montag, 2 Mai 2011

So schnell isch diä Ziit vergangä, äs tuät nur no für eis Usflugsziil langä.
Idä High School händ mir wieder abgmacht und wartät nur no bis d’Sunnä vom Himmel abä lacht.
Eigentlich wärät mir parat, numä das dä Bus uf sich wartä laht.
Uf gahts jetzt nach Jamestown für jedä Hischtoriker än Traum.
Müggli häts do au in Mängä und üsi Fühäreri tuät sich würkli aaschträngä.
S’Indianderdorf nänd mir unter d’Lupä und luägät am Schmied vo dä Siedler in Schuppä.
Au ufs Schiff dörfäd mir ga und euis alläs vo dä Entdeckig vo Amerika ärchlärä lah.
Au in Williamsburg gits viil z’beschtunä mit äm Fotoapparat tüämär alläs anäzoomä.
All you can eat – heissts dänn zum Znacht und äs wird hüt glaub würkli gnuäg glacht.
– Dominique von Gunten

Dienstag, 3. Mai 2011

Am Dienstagmorgen mussten wir uns auch schon wieder von unseren Gastfamilien verabschieden. Eine Stunde früher als ursprünglich geplant fuhren wir dann in Richtung Washington DC ab, um auch von dieser Weltstadt noch einige Eindrücke zu erhalten. Die zwei Flüge verliefen dank vielen Dutzend Donuts problemlos, bis auf die kleine Kaffeepanne die Ernst dazu brachte in den Boxershorts durchs Flugzeug zu schlurfen ;-) Nach einer recht kurzen Nacht landeten wir dann am Mittwoch in Zürich und hatten nach dieser unglaublichen Reise sicher alle viel zu erzählen.
Vielen Dank!
– Manuel Wegmann


Begleitertagebuch

Neben den Tagebucheinträgen von den Jugendmusikern finden Sie hier ein Tagebuch von unserer Begleiterin Ursina Hintermeister

Samstag, 23. April

Endlich ist der Langersehnte Tag da, die SJM reist nach Amerika! Wir besammeln uns um 7.30 am Flughafen Zürich Kloten. Gemeinsam geht’s zum Check-In. Nachdem wir alle Fragen wie „Wer hat Ihr Gepäck gepackt?“, „Wo lagerte das Gepäck?“ oder „Sind Sie der Besitzer dieses Gepäckstücks?“ beantwortet haben, können wir die Koffer aufgeben. Das Abenteuer kann beginnen. Wir verabschieden uns von unseren Angehörigen und passieren problemlos die Zoll- und Sicherheitskontrolle.

Mit etwas Verspätung fliegen wir um 11.15 h mit der USAir Richtung Philadelphia ab. Der Flug ist sehr ruhig, hin und wieder gibt es ein paar Turbulenzen. Um 14 h (Ortszeit, Zeitverschiebung -6 Stunden) landen wir mit kleiner Verspätung in Philadelphia. Viele von uns haben das erste Mal amerikanischen Boden unter den Füssen! Die Kontrollen am Flughafen bringen wir erstaunlich schnell hinter uns, keiner hat Probleme bei der Einreise.

Doch dann schon der erste Adrenalinstoss: Ein Koffer fehlt! In der Eingangshalle finden wir ihn dann aber bei einer Amerikanerin, die einen falschen Koffer mitgenommen hat – noch einmal Glück gehabt!

Mit 2 Bussen fahren wir von Philadelphia nach New York. Um 18 h treffen wir im Hotel Millenium Broadway an der 44th West, also einen Katzensprung vom Time Square, ein. Die Jugendlichen können es kaum fassen: Sie sind tatsächlich in New York! Leuchtreklamen und Wolkenkratzer wo man hinsieht. Unsere Zimmer sind zwischen dem 17. und 27. Stock verteilt, im ganzen hat es 52 Etagen in diesem Hotel.

Wir müssen uns beeilen. Schnell unter die Dusche, schöne Kleider anziehen und irgendwie dazwischen noch ein Sandwich verdrücken, denn um 19.30 h treffen wir uns schon wieder in der Hotellobby. Kevin verschlingt sein Sandwich unter der Dusche… Zu Fuss geht es dann durch riesige Menschenmengen an den Broadway zum Musical „Phantom of the Opera“. Die Inszenierung ist fantastisch. Für die einen ist die Zeitumstellung etwas zu viel, vor allem die „Kleinen“ schlafen während dem Musical ein. Nach dem Musical geht es durch den Broadway und über den Time Square wieder zurück zum Hotel. Ob müde oder nicht, ein paar lassen sich den ersten Ausgang in New York nicht nehmen!

Wir Begleiter trinken in der Hotelbar noch etwas. Der erste Tag ist geschafft!





Ostersonntag, 24. April

Um 7.30 h treffen sich die Begleiter in der Hotellobby um das Frühstück für alle zu fassen und auf die Zimmer zu verteilen: Bagels mit Erdbeer-Philadelphia-Füllung, verschiedene Süssgebäcke, Orangensaft und Wasser. Vor allem die Erdbeer-Bagels sind nicht jedermanns Sache… Es hat viele heikle Esser…

Bei der Besammlung treffen wir ein paar vom Ausgang gezeichnete Gesichter an... Mit dem Car machen wir eine Sightseeing-Tour, durch New York, vor allem in Harlem, wo viele Schwarze leben. Ein spezielles Erlebnis ist der Besuch des Ostergottesdienstes in einer Baptisten Kirche im Stadtteil Harlem. Gospelgesang wird von den Worten des Predigers begleitet, die Gläubigen tanzen und klatschen. In diesem Gottesdienst läuft etwas! Viele Frauen sind ganz in Weiss gekleidet und tragen eine weisse Kopfbedeckung, die an die Häkeldeckelis auf Grossmutters Wohnwand erinnern. Andere tragen mehr oder weniger elegante Garderobe in allen Regenbogenfarben, natürlich mit passendem Hut. Interessant, einmal so etwas zu erleben!

Zwei Busse bringen uns zurück nach Manhattan zum Battery Park. Wir nehmen das erste echt amerikanische Mittagessen ein: Mac Donald lässt grüssen… Auf einem Bänkli mit Blick über den Hudson River, im Hintergrund die Freiheitsstatue, geniessen wir unser Ostermahl. Zu Fuss geht’s weiter zum World Financial Center, von dort aus gelangen wir direkt zum Ground Zero. Kaum mehr vorstellbar, wie schrecklich es nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 hier ausgesehen hat. Der grösste Teil ist überbaut, ein neuer Turm, der Freedom Tower, ist im Entstehen, über eine dreispurige Strasse brausen schon wieder unzählige Autos. Ground Zero scheint eine ganz normale Baustelle zu sein. Mit der U-Bahn geht’s wieder zurück bis zur 43. Strasse. Wir erkunden noch etwas die Umgebung, dann geht es via Grand Central Station (wunderschöne, grosse Bahnhofshalle) zurück zum Hotel. Die einen auf direktem Weg, die andern noch mit Umwegen über die vielen Shops. Ob wohl alle wieder zurück zum Hotel finden? Noch kurz ein Abstecher im Starbucks gleich um die Hotelecke, dann eine erfrischende Dusche geniessen bevors schon wieder weiter geht im Programm. Um 18.30 h erscheinen glücklicherweise alle vollzählig mit Instrument und allem was dazu gehört in der Hotellobby. Ein Bus bringt uns zum Sheraton Hotel, wo ein erster Workshop mit Larry Sutherland, einem bekannten Dirigenten, angesagt ist. Er kann noch die einen oder anderen Tipps einfliessen lassen – wir hoffen, dass etwas von seinem Wissen bei den Musikern hängen bleibt. Nach gut einer Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Es regnet in Strömen! Wir sind uns dies überhaupt nicht mehr gewohnt. Nochmals geht’s zurück zum Hotel, bevor wir direkt am Time Square im Bubba Gump Shrimp unsere Bäuche füllen. Die Jungen geniessen noch das Nachtleben am Time Square und das Begleiterteam zieht sich ins Irish Pub O’Lunney’s zurück. Mit einem kühlen Bier schliessen wir den eindrücklichen ersten Tag in New York ab.

Ganzer Tag fantastisches Wetter, ausser dem Regenguss am Abend.





Ostermontag, 25.04.2011

Wieder bringt uns der Cateringservice von Bagel&Bean das Frühstück. Heute gibt es Vollkornbagels nature oder ein Süssgebäck. Dies kommt eindeutig besser an.

Schade, heute ist das Wetter nicht so gut. Wolken und Dunst hängen über der Stadt. Nicht weit von unserem Hotel befindet sich das Rockefeller Center, eines der höchsten Gebäude von NY und wir wollen doch unbedingt die grandiose Aussicht auf das Meer von Wolkenkratzern geniessen. Aber klappt dies heute überhaupt? Beim Eingang wird uns gesagt, dass in 259 m Höhe die Sicht praktisch gleich Null sei. Da wir aber an keinem anderen Tag Zeit haben um auf das Hochhaus zu gehen, entscheiden wir uns trotz schlechtem Wetter für den „Aufstieg“. Bevor wir in den Lift steigen können, werden wir noch alle ganz touristenmässig abgeknipst. In knapp 40 Sekunden bringt uns der Lift zum 72. Stock hinauf. Die Sicht ist tatsächlich nicht so gut, immer wieder verdecken Dunst und Nebel die unzähligen Wolkenkratzer. Dieser Anblick hat aber auch seinen Reiz, fast gespenstisch wirken die grauen Türme im Nebel. Hin und wieder werden wir belohnt, kurze Aufhellungen lassen doch noch erahnen, wie unendlich gross die Zahl der Wolkenkratzer ist. Sogar das Empire State Building zeigt sich ganz kurz. Wer Glück hat kann es mit der Kamera einfangen. Elio hat sein „Teleskop“-Alphorn mitgenommen und lässt es sich nicht nehmen, auf der obersten Plattform des Rockefeller Centers Alphorn zu spielen. Ganz zum Ärger der Security. Was an einem Alphorn wohl gefährlich sein könnte? Kurz darauf erhält er aber doch noch die Erlaubnis zu spielen, ganz zur Freude vieler Touristen!

Kaum zurück im Hotel heisst es Umkleiden. Die Uniform, für einmal mit Schnitzmütze, wird angezogen. Am Mittag holt uns ein Bus ab und bringt uns zum Central Park. Verschiedene Formationen, die am International Music Festival teilnehmen, bekommen die Gelegenheit ein Konzert in der so genannten Bandshell, einem Musikpavillon, zu geben. Etwas Nervosität liegt in der Luft. Viele Geschäftsleute und Touristen queren den Central Park. Ostermontag ist hier ein normaler Arbeitstag! Die jungen Musiker aus Puerto Rico spielen vor uns, die Spannung steigt. Endlich ist es soweit, das erste Konzert der SJM in NY beginnt! Das Spiel ist wunderschön, viele Passanten bleiben stehen, sogar einige Winterthurer und Winterthurerinnen sind im Publikum zu entdecken! Als dann aber die Tambouren ihr Können zeigen, strömen noch mehr Leute zum Konzertplatz. Die mitreissende Show gefällt! Die SJM-ler sind erleichtert, der erste Test war erfolgreich, die Nervosität legt sich.

Wieder geht’s zurück zum Hotel. Der Nachmittag ist frei. Trotz Müdigkeit kommt niemand auf die Idee, sich im Hotelzimmer auszuruhen. Shoppen ist angesagt. Während die meisten irgendwelche Läden aufsuchen, packt Elio mitten auf dem Time Square, umgeben von Tausenden von Passanten und Leuchtreklamen ohne Ende sein Alphorn aus. Die Polizei erlaubt ihm das Spiel, aber nur wenn er kein Geld damit verdienen wolle. Man stelle sich das Bild vor...!

Am Abend schlüpfen wir in unsere schöne Garderobe und lassen uns von Bussen abholen. Die Organisation des International Music Festivals lädt uns auf eine Bootsfahrt mit Dinner ein. Über 600 junge Musiker mit ihren Begleitern verbringen einen tollen Abend auf dem Schiff, welches drei Stunden auf dem Hudson River kreuzt. Noch sind einige Leute am Essen, füllt sich schon die Tanzfläche auf dem Schiff, dann geht die Post ab. Es wird getanzt, was das Zeug hält. Fast ist es etwas unheimlich, wenn die x-hundert Personen im gleichen Rhythmus tanzen und springen, der Holzboden wird bei dieser gewaltigen Menschenmasse bedrohlich durchgebogen. Wenn das nur gut geht… Es geht zum Glück gut! Viel das grössere Problem ist aber, dass unsere Jungs den hübschen, zum Teil recht leicht bekleideten Mädels aus allen Herren Ländern nachschauen. Postwendend kommen die Reklamationen von einer amerikanischen Schulleiterin. Ihre Girls fühlen sich von den Blicken unserer Jungs belästigt. Ja, auch das ist Amerika, das Land der unbeschränkten Möglichkeiten… Die Festival-Teilnehmer aus Japan sehen dem Ganzen einfach nur staunend zu.

Auf dem obersten Deck können die weniger Tanzwütigen einen lauen Frühlingsabend mit schönster Sicht auf die New Yorker Skyline und die Freiheitsstatue geniessen. Um 10 h legt die Fähre wieder an und die Busse bringen uns zurück zum Hotel.

Sehr zum Leidwesen unserer Musiker verbieten wir ihnen heute den Ausgang. Schliesslich findet morgen der Höhepunkt, ja der Grund unserer Reise statt: Das Konzert in der Carnegie Hall! Nicht alle sind mit unserem Entscheid zufrieden…

Das Begleiterteam lässt wie gewohnt den Tag bei einem irischen Bier Revue passieren.



Dienstag, 26. April

Wie jeden Morgen verteilt das Begleiterteam die Bagel&Bean-Frühstücke auf die Zimmer. Die Hotellifte zerren an den Nerven. Wir müssen die Zimmer zwischen dem 17. und 27. Stock bedienen. Wenn man Pech hat, hält der Lift auf jedem Stock oder saust in den 52. auch wenn man eigentlich den Knopf für die Hotellobby gedrückt hat…

Nach dem Frühstück gehen wir zu Fuss zwei Strassen weiter zur St.Mary’s Kathedrale, wo eine Probe stattfindet. Die Begleiter nutzen die Zeit um nochmals New Yorker Shopping-Luft einzusaugen… Nach der Probe geht’s schnell wieder zurück zum Hotel, der Mittagslunch wird verdrückt und um 13 h machen wir uns per Bus zur Carnegie Hall auf. Die Arbeit der Organisatoren des International Music Festivals ist perfekt, es klappt wirklich alles wie am Schnürchen. Wir hören uns die Formationen des Nachmittagsprogrammes an und sind eigentlich recht erstaunt, dass uns praktisch keines der Musikstücke aus den Sesseln reisst. Wir sind gespannt auf den Abend! Um 15 h geht’s nochmals zurück zum Hotel. Wir haben nochmals Zeit zum Shoppen oder ruhen uns einfach im Hotelzimmer aus für den grossen Auftritt am Abend.

Alle sind etwas nervös auf den Abend, ja wir wissen ja nicht genau, was auf uns zukommt. Essen mag auch kaum jemand, aber wir müssen doch noch etwas in uns stopfen, denn es dauert bis wir wieder etwas zu uns nehmen können.

Der Countdown beginnt: Um 17.30 h treffen wir uns in der Hotellobby. Alle stellen sich auf die Hoteltreppe, es wir noch ein Gruppenfoto in Uniform geschossen. Jetzt kann die Busfahrt zur Carnegie Hall losgehen. In der warm-up Area ist es drückend warm, essen und trinken sind in der Carnegie Hall anscheinend verboten, aber bis zum Konzert können die Musiker nicht ohne Wasser sein. Unsere Festivalbegleiterin organisiert einen Sackrolli, damit fahren wir zum nächst besten Supermarkt um Wasserflaschen zu holen. Zurück in der warm-up Area spüren wir, wie die Spannung steigt. Wie wird der Abend??? Einige versuchen sich mit einem Jass abzulenken, andere relaxen in den Sesseln, jene „tigern“ wie in einem Käfig auf und ab. Auf einem Bildschirm kann das ganze Geschehen auf der Bühne mitverfolgt werden. Dann geht’s ab auf die Bühne zum Sound Check, wir Begleiter können kurz durch die Türe einen Blick in die Konzerthalle werfen – wir sind wortlos! Ein unbeschreibliches Gefühl, hier zu stehen und in diese gigantische Konzerthalle zu blicken! Wir sind zutiefst beeindruckt.

Der Sound Check ist vorbei, alle ziehen sich nochmals in die warm-up Area zurück um sich ein letztes Mal auf das Konzert zu konzentrieren. Die Begleiter begeben sich an ihre Sitzplätze aus rotem Samt in der Mitte des Parketts. Die Carnegie Hall ist nicht nur riesig, 2500 Zuschauer haben Platz, sie ist auch wunderschön. Über dem Parkett gibt es vier Etagen mit Balkonen. Goldverzierungen und roter Samt schmücken diesen wunderbaren Ort.

Um 20 h marschiert die SJM auf die weltberühmte Bühne. Bestimmt jeder von uns hat Hühnerhaut in diesem Moment und ist vielleicht auch den Tränen nahe, selten habe ich einen so emotionalen Augenblick erlebt. Dieses Gefühl ist kaum zu beschreiben, am ehesten noch als eine Mischung aus Glück, Freude, Stolz und Dankbarkeit – doch all diese Ausdrücke reichen bei weitem nicht, diesen Moment zu beschreiben!

Das Spiel der SJM ist schlussendlich noch das Pünktchen auf dem i. Das Üben hat sich gelohnt, die Stücke werden sehr sauber gespielt. Auch die Zuschauer sind begeistert und es folgt ein tosender Applaus.

Nach uns spielen noch zwei grosse Universitätsorchester mit je weit über 100 Musikern, eines aus den USA, das andere aus Japan. Die beiden Orchester sind sehr gut, aber bei dem amerikanischen Spiel reisst es uns abermals nicht aus den Sesseln. Nun kommen die Japaner (mit rund 160 MusikantenInnen) auf die Bühne. Die Sympathie ist gross. Ist es doch den Japanern hoch anzurechnen, dass sie trotz der Naturkatastrophen in ihrem Land doch ans Musikfestival gekommen sind. Das Orchester stimmt „La Bamba“ an – die Carnegie Hall kocht! Vor ausverkauften Rängen legen die jungen Japaner eine einmalige Show hin. Kein Zuschauer bleibt ruhig auf seinem Platz sitzen, alle klatschen oder bewegen sich im Rhythmus der südamerikanischen Klänge. Ein ganz und gar perfekter Auftritt des japanischen Orchesters!

Nach dem Konzert werden die Auszeichnungen vergeben. Welche erhält wohl die SJM? Gold, Silber oder Bronze? Welche Freude! Unsere beiden Dirigenten dürfen den Silber Award in Empfang nehmen. Wir sind alle sehr stolz auf dieses Ergebnis!

Alles Schöne hat ein Ende. Wir müssen die ganzen Emotionen zuerst verdauen. War es ein Traum oder war dieser Abend Wirklichkeit? Ganz einfach , es war ein absolut traumhafter Abend! Die Busfahrt holt uns schnell wieder in die Realität zurück. Das Pulsieren am Time Square, die Leuchtreklamen, die vielen Leute um diese Zeit auf der Strasse. Wir sind endgültig wach. Wir erlauben den Jungen noch den letzten New Yorker Ausgang, der sehr genossen wird. Das Begleiterteam setzt sich ins Stammlokal Irish Pub O’Lunney’s in der 45th Street West ab. Die Eindrücke des heutigen Tages werden nochmals eingehend besprochen.





Mittwoch, 27. April

Es gilt früh aufzustehen, heute müssen wir uns von New York verabschieden. Die einen oder anderen haben wohl den Ausgang etwas zu fest genossen, nicht alle Leute stehen um 7.15 h mit ihren Koffern in der Hotellobby… Im 27. Stock macht niemand auf im Zimmer, alles Klopfen nützt nichts. Sind die jungen Damen noch im Ausgang? Ist ihnen etwas passiert? Sind sie mit einem anderen Lift hinuntergefahren während wir hochgefahren sind? Noch einmal 27 Stockwerke hinunter um nachzuschauen – sie sind nicht da! Wieder 27 hinauffahren und nochmals mit aller Kraft an die Türe poltern. Jetzt hört man irgend ein Gemurmel im Zimmer und dann plötzlich „Sch…, Sch…, Sch…, Wir haben verschlafen!“ Mit einer halben Stunde Verspätung können wir dann doch endlich losfahren. Bye bye New York!

Per Bus fahren wir über Baltimore und Washington nach King William im Bundesstaat Virginia. Die Fahrt dauert fast 8 Stunden. Es gibt nettere Leute als unsere Buschauffeure… Wir sind froh, dass wir King William ohne gravierende Zwischenfälle pünktlich um 15.30 h erreichen. Gleich nach der Ankunft findet das Begrüssungskonzert zusammen mit der Cavalier Band der King William High School (KWHS) statt. Zuerst werden die amerikanische und die Schweizer Nationalhymne gespielt (schon wieder Hühnerhaut!), dann noch ein paar weitere Stücke. Der Schulleiter und der Dirigent der KWHS Band begrüssen uns mit herzlichen Worten, Max hält auch eine kurze Ansprache und spricht Dankesworte aus. Wir beschenken die Amerikaner mit je einer Schachtel Basler Leckerli und einem weiteren Geschenk. Danach gibt es einen gemeinsamen Znacht in der Cafeteria. Die Gasteltern werden kennen gelernt, erste Kontakte zwischen den Musikern werden geknüpft. Die Amerikaner tischen Massen von Essbarem auf! Niemand muss hungrig nach Hause. In der Zwischenzeit holen zwei Begleiter beim Flughafen von Richmond noch zwei Mini-Vans ab. Diese brauchen wir damit wir bei allfälligen Notfällen mobil sind und auch um die Jungs, die keine Gasteltern haben in ihre Unterkünfte zu transportieren.

Bald schon ist auch schon dieser Tag zu Ende. Die meisten fahren mit ihren Gasteltern nach Hause. Zwei Gruppen mit Jungs haben je ein ganzes Haus für sich, Begleitpersonen sind selbstverständlich auch dabei.

Im Haus der Colosse Baptist Church wird die Gruppe herzlichst begrüsst. Die Jungs freuen sich über die Anwesenheit der jungen Amerikanerinnen. Aber auch die Eltern sind hier und bevor wir ans Duschen oder Ausruhen denken können, müssen wir schon wieder ein Dessertbuffet plündern!

Es ist ganz fantastisch, was die Leute dieser Kirchgemeinde für uns gemacht haben! Das ganze Haus ist frisch renoviert, der Kühlschrank und die Schränke sind mit Lebensmitteln gefüllt bis zuoberst! Schlaraffenland pur!!!!

Um 23 h sind die Amerikaner weg und wir zwei Begleiterinnen verbringen mit unseren neun Schützlingen einen lustigen Abend in diesem gemütlichen Haus.


Donnerstag, 28. April

Um 7.45 h treffen wir uns alle wieder bei der KWHS. Wir sind sehr froh, dass es ohne Ausnahme allen gefällt bei ihren Familien. Alle werden unglaublich verwöhnt. Die Wünsche werden den SJM-lern fast von den Augen abgelesen. Einzig an die Mikrowellen-Hot Dog und Hamburger zum Frühstück müssen sich die einen oder anderen gewöhnen – Andere Länder, andere Sitten!

Wir fahren zur Hamilton Holmes Middle School in King William. Dort findet vor der gesamten Schüler- und Lehrerschaft ein Konzert in Uniform statt. Es dürften etwa 800 Leute anwesend sein. Die Zuhörer sind begeistert. Wie immer reissen die Tambouren alle aus den Sesseln und Elio zieht mit seinen „Swissladies“ (man kann sie auch Alphörner nennen) die Show ab. Den Amerikanern gefällt unser Auftritt ausserordentlich. Unter tosendem Applaus verabschiedet sich die SJM schon bald wieder und disloziert an die KWHS, auch dort findet ein Konzert vor der ganzen Schule statt. Zum Glück haben wir einen Van, ein vergessener Rucksack muss noch in der Middle School abgeholt werden. Etwas schneller, als man darf, fahren wir zurück zur Middle Schule und denselben Weg wieder zur King William High School. Wir waren genug schnell, das Konzert kann pünktlich beginnen. Wir wären noch schneller gewesen, wäre nicht die State Police vor uns hergefahren… Auch dieses Konzert gefällt! Standing Ovations und kreischende Girls für die Tambouren, was will man mehr???

Das Mittagessen nehmen wir in der High School ein. Wir können zwischen zwei Menüs wählen: Hamburger mit Pommes frites, Mayonnaise, kleinem Salätchen, Pfirsichkompott oder Apfelmus und dazu eine Tüte Erdbeer- oder Schokolademilch oder dann Taco mit Hackfleisch, Käse (ist es wirklich Käse???), kleinem Salätchen, Pfirsichkompott oder Apfelmus und dazu die Tüte Milch…

Den Nachmittag verbringen die Musiker mit Workshops. Die restlichen Begleiter fahren mit den Vans ins Grüne und hoffen ein Restaurant zu finden. Wo wir hinfahren ist die Gegend zwar wirklich sehr schön, doch zu einem kühlen Bier kommen wir hier nirgends. Wir fahren wieder zurück nach King William.

Am Abend bringt uns der Bus zum Texas Roadhouse Steakhouse. Wir können uns die Bäuche mit riesigen Steaks voll schlagen. Von 6 Oz (170 g) bis 24 Oz (680 g) kann man alles haben. Ein paar verschätzen ihren Hunger und müssen das halbe Fleisch zurückgeben. Das Essen ist sehr gut, die Bedienung vor allem für die Jungs perfekt. Junge hübsche Girls servieren nicht nur das Nachtessen, nein, sie tanzen auch noch gekonnt vor allen Gästen. Mit kugelrunden Bäuchen machen wir uns mit dem Bus wieder auf den Heimweg!

Zuhause sitzen wir wieder mit unseren Boys in der guten Stube. Wir sind langsam alle etwas müde, was noch lange nicht heisst, dass wir auch früh zu Bett gehen. Am nächsten Tag werden uns die Bäuche vor Lachen wehtun!





Freitag, 29. April

Nach dem Frühstück treffen wir uns alle wieder bei der KWHS. Mit den typischen gelben amerikanischen Schulbussen (unser Bus wurde vor der Ankunft bei uns in einen Unfall verwickelt und kann nicht für uns fahren) werden wir zum Pamunkey Indian Reservation Museum gefahren. Ein kleines, liebevoll eingerichtetes Museum zeigt die Geschichte der Indianer, der Ureinwohner dieser Gegend. Fischzucht betrieben schon die Indianer, noch heute steht eine kleine Fischzucht am Pamunkey River. Wir gehen zu Fuss zum Fluss, wo uns die Fischzucht erklärt wird. Bei schönstem Wetter geniessen wir danach das Relaxen auf dem Steg beim Fluss. Ein paar von uns stürzen sich sogar samt Kleidern ins Wasser. Die Abkühlung gelingt, eine kühle Luft weht um die nassen SJM-ler… Ein Pizzakurier bringt uns das Mittagessen. Ganz gemütlich verspeisen wir die Pizze und danach halten ein paar Siesta auf den Holzsteg über dem Fluss. Dabei werden auch fast alle Kleider wieder trocken. Ein iPhone verschwindet auch noch im trüben Wasser. Doch dies ist für Claudio kein Problem. Er taucht ein paar Mal nach dem Telefon und wird schon nach kurzer Zeit fündig. Claudia muss während dieser Zeit mit einem Mädchen zum Arzt und ins Spital. Es muss abgeklärt werden, ob es eine Thrombose hat. Später stellt sich zum Glück heraus, dass alles in Ordnung ist! Uns fällt ein Stein vom Herzen!

Die Schulbusse bringen uns wieder zur Schule zurück, wo noch einmal Workshops für die Bläser und die Tambouren stattfinden. Ich habe meinen Rucksack nicht mehr, ich bin überzeugt, dass ich ihn in der KWHS liegengelassen habe. Doch dann ruft die Dame vom Indianer-Reservat in der Schule an und meldet, dass sie einen Rucksack „with a lot of money“ darin gefunden hat... Max, Christian und ich fahren nochmals zum Indianerreservat zurück. Noch einmal Glück gehabt!

Um 19 h findet das letzte Konzert der gesamten SJM auf unserer Reise in der Turnhalle der KWHS statt. Langsam spürt man auch bei den jungen Musikern, dass sie müde werden. Das Konzert zusammen mit der High School Band ist nicht ganz perfekt. Die Zuschauer sind aber wiederum total begeistert. Standing Ovations und kreischende Girls lassen erkennen, dass sie grosse Freude an der SJM haben. Anschliessend an das Konzert hören wir wieder kurze Reden von der Schulleitung, Mr. Sorrell und Kevin. Alle sind voller Lob. Vor allem ist es sehr schön zu sehen, wie sich die jungen Leute gut verstehen und Kontakte knüpfen. Unser Besuch hat bei den jungen Amerikanern den Wunsch ausgelöst, auch uns einmal zu besuchen. Ob es nur ein Wunsch bleibt, wird sich zeigen. Es wäre natürlich ganz toll, wenn uns die Band in der Schweiz besuchen würde. Nach den Reden von den drei Herren wird auch noch Max auf die Bühne gebeten. Ein riesiger Dank geht an ihn für die Organisation, die er auf sich genommen hat um den jungen Musikern diese einmalige Reise zu ermöglichen. Max, Kevin und Oliver werden noch mit Bildern beschenkt.

Anschliessend nehmen wir gemeinsam mit allen Anwesenden in der Cafeteria das Nachtessen ein. Die Schulleitung, die Gasteltern, alle Musiker und Begleiter und auch die Zuschauer sind eingeladen. Heute gibt es Spaghetti und ein grosses Dessertbuffet steht bereit. Nach und nach fahren die Gasteltern ihr Schützlinge wieder nach Hause. In unserem Haus wird wieder geschwatzt und gelacht bis lange nach Mitternacht.





Samstag, 30. April

Heute treffen wir uns um 8.30 h bei der High School. Die Bläser werden mit einem Bus nach Hanover an die High School gefahren, wo ein letzter Workshop mit dem bekannten Dirigenten Prof. Dr. Terry Austin stattfindet. In gut einer Stunde lernen die Musiker doch noch einiges von ihm.

Das Musizieren hat jetzt für das Bläsercorps ein Ende. Nun ist Shopping angesagt. Der Bus fährt uns zu einer riesigen Shopping-Mall. Wir finden dort fast alles, was das Herz begehrt! Um 18 sind wir wieder alle beim Bus. Die Einkaufstüten sind randvoll! Der Bus bringt uns wieder zurück nach King William, heute ist Gastfamilienabend. Alle nehmen mit ihren Familien das Nachtessen ein und unternehmen etwas. Wir sind gespannt, was uns die Jungen morgen zu erzählen haben.

Wir Begleiter planen für heute noch einmal ein Nachtessen im Steakhouse, da wir ja keine Gasteltern haben. Die Männer sind im Hotel, 40 Minuten Autofahrt, einquartiert und wir zwei Frauen sind mit den neun Jungs ja im Haus der Baptisten. Bei der Ankunft in der High School, erfahren wir, dass die Leute der Kirchgemeinde für uns gekocht haben. Dies lassen wir uns natürlich nicht entgehen! Es ist wieder unglaublich, was sie uns alles auftischen. Im Raum, wo wir essen haben sie sogar Laptop und Beamer aufgebaut und zeigen Fotos von unserem Aufenthalt. Wir werden wieder nach Strich und Faden verwöhnt! Der Raum wird wieder aufgeräumt und umgestellt, morgen dient er wieder als Kirchenraum. Max, Oliver und Christian kommen noch auf eine Tasse Kaffee in unser Haus. Wieder geht es lustig zu und her, die drei haben jetzt eine leise Ahnung davon, wie die Abende mit unseren Boys jeweils zu- und hergehen… Nach 23 h verlassen uns die drei und fahren in ihr Hotel zurück.

Die Tambouren verbringen den heutigen Tag separat. Mit den Vans werden sie nach Yorktown gefahren, wo auch für sie ein letzter Workshop mit den Fife and Drums of Yorktown wartet. Auch hier wird die SJM im „Headquarters“ der Fife and Drums of Yorktown überschwänglich in Empfang genommen. Noch unglaublicher ist die Tatsache, dass dieser Verein ein eigenes Vereinshaus mit 2 grossen Proberäumen im Erdgeschoss und einem grossen Uniformenlager mit Umziehräumen im Obergeschoss besitzt. Zusammen mit den York Town Fife and Drums erleben unsere Tambouren einen tollen Tag mit einem Konzert, Marschieren dem Strand entlang usw. Es zeigt sich, dass die Trommelkultur in Yorktown und diejenige in der Schweiz doch einige Gemeinsamkeiten haben. Beim Abschied werden die SJM Tambouren mit Geschenken beglückt, Oli überreicht den Yorktown-ern die offizielle Schweizer Trommelschule. Nur fürs Shoppen haben sie leider keine Zeit. Aber das einmalige Erlebnis in Yorktown entschädigt sie bestimmt für ihren Shoppingverzicht.


Sonntag, 1. Mai

Heute können wir ausschlafen, wir treffen uns erst um 9.30 h bei der KWHS. Mit dem Bus werden wir zum Vergnügungspark „Kings Dominion“ gefahren. Max will die vorbestellten und auch schon bezahlten Eintrittstickets am Schalter abholen, aber oh Schreck, die Tickets wurden verschickt und keiner weiss wohin. Wir müssen lange warten, bis wir endlich in den Park gelassen werden. Alle rennen zu den verrücktesten Bahnen und erleben einen Adrenalinschub nach dem andern. Es gibt auch solche unter uns, die auf den Besuch der Bahnen verzichten, um den anderen den Rucksack zu halten oder Fotos zu schiessen... Das Mittagessen nehmen wir gemeinsam ein. „All you can eat“ bedeutet eine Fassstrasse mit Burgern, Fried Chicken, Pommes frites, Brot, Salat, verschiedenen Saucen, Softdrinks usw. Man kann so viel essen, wie man mag! Unsere Bäuche dehnen sich langsam aus!

Um 18 h fahren wir wieder zurück nach King William. Ganz in der Nähe der KWHS befindet sich ein mexikanisches Restaurant. Wir lassen uns dort verwöhnen. Bald platzen wir aus unseren Nähten!

Max, Oli und Christian kommen wieder auf einen Kaffee bei uns „Baptisten“ vorbei.





Montag, 2. Mai

Treffpunkt um 8.15 h bei der KWHS. Heute ist Kultur angesagt. Wieder haben wir ein Busproblem – er kommt nicht! Mit einer Stunde Verspätung können wir dann endlich Richtung Jamestown losfahren. Dort besuchen wir das Jamestown Settlement, ein Erlebnismuseum über Virginia im 17. Jahrhundert. Das sehr schöne Freilichtmuseum zeigt ein Indianerdorf, Fachwerkhäuser der ersten Siedler, Hütten der Afrikaner, die Schiffe der Einwanderer und noch vieles mehr. Die Führung ist interessant, aber dauert etwas gar lang. Ein zweites iPhone wird im Wasser versenkt, diesmal darf niemand nach dem Ding tauchen... Das Mittagessen nehmen wir im hauseigenen Restaurant ein, dank dem schönen Wetter können wir draussen sitzen.

Am Nachmittag geht’s mit dem Bus weiter nach Williamsburg. Ein Teil der Kolonial-Stadt wurde restauriert und kann besichtigt werden: Handwerkerhäuser, schöne Gärten, Räucherkammer, Herrenhäuser usw. zeigen eindrücklich, wie man in der Stadt im 18. Jahrhundert gelebt hat. Trotz der interessanten Führung und dem wunderschönen Wetter haben wir langsam genug von Freilichtmuseen. Für ein kurzes Shopping lassen wir unsere Gruppe noch einmal springen. Die einen kaufen noch etwas ein, die anderen setzen sich in ein Restaurant und ruhen sich aus. Der Bus bringt uns danach zum Golden Corral in Williamsburg. Dort ist wieder „All you can eat“ angesagt. Das Essen ist gut und es hat unzählige verschiedene Speisen, die man gar nicht alle probieren kann. Nur die Lokalität selber ist zum Heulen, eine richtige Massenabfertigung. Eine alte Fabrikkantine wäre wohl gemütlicher. Einen Sinn für etwas Gemütlichkeit beim Essen haben die Amerikaner leider nicht.

Kurz vor 22 h sind wir wieder in King William. Die Gastfamilien stehen schon bereit um uns abzuholen. Es kommt etwas Wehmut auf, der letzte Abend mit der Gastfamilie steht bevor. Wir fahren zurück zum Baptisten-Haus. Ein paar Leute der Kirchgemeinde sind noch gekommen um sich von uns zu verabschieden. Auch Max, Oli und Christian kommen noch für einen kurzen Trunk zu uns in die gute Stube. Jetzt heisst es aber auch für uns Koffer packen.





Dienstag, 3. Mai

Um 7.30 h sind alle bei der KWHS. Alles Gepäck steht bereit. Die Perkussionisten holen noch ihre Instrumente in der Schule ab. Aber wo sind die Bongos??? Es ist unglaublich aber wahr, die Bongos wurden irgendwo vergessen, keiner weiss wo!!! Wir verabschieden uns von den Gastfamilien, tauschen spätestens jetzt die Facebook-Adressen aus und da und dort wird auch eine Abschiedsträne vergossen. Die Zeit hier in King William war einfach toll, die Gastfreundschaft der Amerikaner unvorstellbar gut und liebevoll! Werden wir uns irgendwann wieder sehen?

Pünktlich um 8 h setzt sich der kleine Konvoi Richtung Washington in Bewegung. Der Bus ist gefüllt mit allem Gepäck und den meisten Reiseteilnehmern, dahinter die zwei Mini-Vans mit je drei Personen. Nach zweieinhalb Stunden kommen wir in der Hauptstadt der USA an. Unser Busfahrer macht für uns eine kurze Extra-Sightseenig-Tour entlang der Sehenswürdigkeiten. Wir erblicken das Weisse Haus, den riesigen Obelisken des Washington Monuments und das Jefferson Memorial. Beim Lincoln Memorial machen wir einen kurzen Stopp. Wir steigen aus dem Bus aus und gehen ein paar Schritte, damit wir das Memorial im Bild festhalten können. Es ist toll, dass wir auch diese Sehenswürdigkeiten noch bestaunen durften.

Gegen 12 h treffen wir im Ronald Reagan Airport ein. Während wir die zwei Vans zur Autovermietung zurückbringen, entladen die anderen den Bus und beginnen mit dem Check in. Bis wir zurück sind werden die Koffer umgepackt, bis alle das erlaubte Gewicht aufweisen. Jetzt steht nur noch das Übergepäck für die Abfertigung bereit. Die Preise für den Transport des Übergepäcks sind viel höher als in der Schweiz. Das lässt sich Max nicht gefallen und handelt einen besseren Preis aus. Immerhin spart er so wieder ein paar Hundert Dollars ein! Die ganze Prozedur dauert ewig. Nach der Abfertigung des letzten Gepäckstücks begeben wir uns zur Pass- und Sicherheitskontrolle. Alles läuft problemlos ab. Jetzt haben wir etwas zu Essen verdient! Die letzten Dollars werden verpufft!

Unser Flugzeug startet pünktlich Richtung Philadelphia. Der Flug dauert nur eine knappe halbe Stunde. In Philadelphia herrscht ein Chaos. Wir müssen fast eine Stunde auf dem Rollfeld warten, bis ein Gate frei ist. Ein Flugzeug nach dem anderen steht auch auf der Rollbahn für den Abflug bereit. Rush hour auf dem Flughafen! So etwas haben wir noch nie gesehen! Für den Flug nach Zürich Kloten müssen wir das Flugzeug wechseln. Ziemlich pünktlich können wir ins Flugzeug steigen. Doch der Abflug verzögert sich. Auch unsere Maschine muss sich in die Warteschlange einordnen. Mehrere Male hören wir aus dem Lautsprecher „Departure in a few moments“. Schlussendlich fliegen wir mit einer Stunde Verspätung ab.

Nach dem Essen machen wir es in unseren Sitzen möglichst gemütlich. Die meisten möchten bald schlafen um die Zeitverschiebung zu kompensieren.





Mittwoch, 4. Mai

Nach einem ruhigen Flug landen wir mit nur 20 Minuten Verspätung in Zürich Kloten. Ohne Probleme kommen wir durch die Passkontrolle. Jetzt sind wir nur noch gespannt, ob alle Gepäckstücke da sind. Auch die letzte Hürde schaffen wir bravourös! Wir verabschieden uns noch vor der Zollkontrolle von einander.

Es ist wunderschön, in all die glücklichen und zufriedenen Gesichter blicken zu können. Die unzähligen Arbeitsstunden der Organisation haben sich tausendfach gelohnt. Diese Reise war von A bis Z ein voller Erfolg ohne nennenswerte Zwischenfälle. Schade, dass die wunderbare Zeit schon vorüber ist. Aber die Erinnerungen an dieses fantastische Erlebnis werden unauslöschbar sein!


Text von Ursina Hintermeister-Ott
5. Mai 2011